018 Friedas Geschichte: Wut als Rausch
21.02.2025 106 min
Zusammenfassung & Show Notes
Es war laut bei Frieda zu Hause, es wurde viel geschrien, vor allem die Frauen in der Familie.
Alcopops waren der süße Alkoholeinstieg und im Rausch war ihr nichts unangenehm, sie fand es sehr anziehend „wasted“ zu sein, sich total gehen zu lassen. Rauchen war cool.
Es wurden Hobbys aufgegeben und Party und Jungs waren das wichtigste, Schule fiel ihr leicht, sie war beliebt. Bis auf die „Ausraster“, wenn die Wut mit ihr durchging und sie ihre Gefühle nicht mehr im Griff hatte. Trinken war die Lösung für Gefühlschaos, sie war zunehmend auf selbstzerstörerischem Kurs und taumelte zwischen Studium, Kneipe, Blackouts, chaotischen Beziehungen, Partys und anderen Drogen. Auf dem langen Weg der Erkenntnis und der Suche nach einer Lösung hilft ihr u.a. eine Katze und ein Gespräch mit einer Kneipenfreundin die ihr im Suff am Tresen von AA erzählt, da wächst ein Wille gesund zu werden, aber auch Yoga ist nicht die Lösung.
Mit 27 Jahren schafft sie es in der Kleinstadt in ihr erstes Meeting und kann sich endlich eingestehen, dass sie Alkoholikerin ist. Frieda hat erstmal alles gemacht, was ihr da geraten wurde, 90 Tage, 90 Meetings, Struktur in den Alltag bringen und kann im Meeting reden, reden, reden …. Sie musste nicht mehr trinken und kann ihr Studium zu Ende bringen. Alles wurde besser und dann verliebt sie sich trocken und clean in eine alte Kneipenbekanntschaft und begleitet ihn Abends in die Kneipe um Zeit mit ihm zu verbringen. Nach 2 Jahren verliert sie für mehrere Jahre den Kontakt zu AA, macht Therapie und besucht andere Selbsthilfegruppen. Sie lebt ohne Alkohol und Drogen und das Chaos, der Räusche und Blackouts kommt nicht mehr vor, aber in ihr Gefühlsleben und ihre Beziehungen kommt keine Ruhe. Sie wird nicht mit Alkohol rückfällig, aber gelegentliche Kiffevents helfen ihr über Suchtdruck hinweg, es brodelt in ihr.
Durch Umzug und Jobwechsel kommt sie zweimal neu in AA an. Sie lernt die Gemeinschaft durch die 12 Schritte und verschiedenen Meetingformate nochmal anders kennen und dass Trockensein und Nüchternheit nicht dasselbe sind. Danke Frieda für dieses schöne offene Gespräch, das war meine letzte Episode hier und ich verabschiede mich von euch.
Es hat mir großen Spaß gemacht und ich danke euch fürs Zuhören und euer Feedback für uns. Much love … sandra